Wanderwege und Touren auf La Palma

Wegweiser. Erklärungen zu Wegen und Wegmarkierungen

Hier gibt's die wichtigsten Info's zu dem Netz der Wanderwege auf La Palma und wie man sich darin zurecht findet.

GR, PR, und SL

Das spanische Netz der Wanderwege ist ganz ähnlich aufgebaut wie das französische und unterscheidet sich vom deutschen. Es gibt eine dreiteilige Hierarchie: GR, PR, und SL. Diese bedeuten im einzelnen:

  • GR: Sendero de Gran Recorrido; großer Wanderweg mit einer Länge von mehr als 50 km. Die Wegmarkierungen der GR-Wege sind stets weiß-rot. Auf La Palma gibt es 2 GR-Wege: den GR 130 (Küstenweg) und den GR 131 (Höhenweg).
  • PR: Sendero de Pequeño Recorrido; kleiner Wanderweg mit einer Länge von weniger als 50 km. Die PR's auf La Palma sind selten länger als 20 km. Die Wegmarkierungen der PR-Wege sind stets weiß-gelb.
  • SL: Sendero Local; lokaler Wanderweg mit einer Länge von weniger als 10 km. Die Wegmarkierungen der PR-Wege sind stets weiß-grün.
Während die GR-Wege einzigartig in ganz Spanien sind (es gibt nur einen GR 130 in ganz Spanien), haben die PR-Wege noch einen lokalen Code hinter dem PR. Auf La Palma ist dieser Code einheitlich "LP". Auf ganz La Palma heißen die PR-Wege also "PR LP" mit einer Nummer dahinter, z.B. "PR LP 14". Da es keine anderen PR-Wege außer den PR LP-Wegen gibt, kann man, wenn man sich nur auf die Insel La Palma bezieht, das "LP" auch weglassen. Öfter noch wird das "PR" weggelassen und man spricht einfach vom "LP 14.1". Auf dieser Seite wird immer die komplette Bezeichnung benutzt, um keine Verwirrung aufkommen zu lassen.

Die SL-Wege tragen ähnlich wie die PR-Wege einen Regional-Code hinter dem SL. Der Regional-Code besteht aus zwei Buchstaben und ist inselweit unterschiedlich, je nachdem, in welchem municipio (Gemeinde) der Insel der Weg verläuft. Ist es ein SL-Weg im municipio El Paso, heißt der Weg "SL EP" + Nummer. Ist es ein SL-Weg im municipio Fuencaliente, heißt der Weg "SL FU" + Nummer.

Wegmarkierungen

richtig Die Wegmarkierung der spanischen Wanderwege unterscheidet sich stark von der deutschen. Während man auf deutschen Wanderwegen manchmal die Symbole erraten muss, sind im spanischen System die Wege einheitlich mit den farbigen Strichen gekennzeichnet. Jeder GR-Weg hat dasselbe Zeichen, weiß-rote Striche, jeder PR-Weg weiß-gelbe Striche, und jeder SL-Weg weiß-grüne Striche.

ausgekreuzt Der vermutlich überraschendste Unterschied zum deutschen System ist, dass manchmal markiert ist, wo es nicht lang geht. Ein falscher Weg ist mit einem Kreuz gekennzeichnet bestehend aus zwei Strichen in den Farben weiß und rot bzw. gelb bzw. grün.

links Ein Richtungswechsel wird mit einem Haken nach rechts oder links angezeigt. Das nebenstehende Bildchen zeigt eine Wegmarkierung, die besagt, dass der GR-Weg hier nach links abbiegt. Ein Rechtsabbiegen wird durch einen entsprechenden Haken nach rechts dargestellt.

parallel Weiterhin gibt es noch die Möglichkeit, dass zwei Wege parallel laufen für eine gewisse Strecke. Im nebenstehenden Fall ein GR-Weg und ein PR-Weg. Dann wird die Markierung etwas bunter.


Markierungen

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Wegmarkierungen und Wegzeichen, die keiner weiteren Erklärung bedürfen. Hier eine kleine Auswahl:

SL EP 105 GR 130 GR 130 131

Ausrüstung

Die benötigte Wanderausrüstung ist natürlich wetterabhängig und auch jahreszeitlich unterschiedlich. Generell kann sich das Wetter auf La Palma sehr schnell ändern. Selbst wenn es am Morgen strahlend blau und sonnig ist, kann es sein, dass man nachmittags in Regen gerät - und umgekehrt.

Auf jeden Fall zu empfehlen sind Wanderschuhe mit gutem Profil, ganz besonders im Osten und Norden in den Lorbeerwäldern, wo es feucht und rutschig sein kann - zu jeder Jahreszeit. Dort kann es auch zu Regenfällen kommen, also Regenjacke mitnehmen. Für Touren auf den Bergen braucht man von Juni - September normalerweise keinen Regenschutz, aber es kann sehr windig werden, also eine Windjacke mitnehmen, von Oktober bis Mai auch eine Regenjacke. Ebenfalls ist der Westen und auch die Caldera von Juni bis September trocken, von Oktober bis Mai sicherheitshalber Regenjacke mitnehmen.

Hitzeschutz: Ein großer Vorteil der Kanaren liegt darin, dass es auch im Sommer nicht zu heiß wird; es wird kaum über 28°C warm. Die angenehme Lutfttemperatur kann leicht über die Stärke der Sonne hinwegtäuschen: Die Sonne ist sehr stark hier und daher wird natürlich eine Tour ohne Schatten eine heiße Angelegenheit. Daher Sonnenschutz tragen und auch einen Sonnenhut oder eine Kappe, denn die Sonne scheint auf den Kanaren direkt von oben. Weiterhin muss man genug Wasser mitnehmen, besonders wenn die Tour lange Zeit durch nicht bewohntes Gebiet geht. Wenn man anstrengende Aufstiege bewältigen will, muss man entsprechend mehr Wasser mitnehmen. Wieviel Wasser man braucht, ist für jeden unterschiedlich, aber besser zuviel als zuwenig. Als Faustregel: Für eine 6 Std. - Tour mindestens 2 Liter.

Kälteschutz: Auf La Palma ist es das ganze Jahr warm: Dieser Satz gilt nur entlang der Küste. Zur Winterzeit kann es in den Bergen und auf den Cumbres sogar schneien. Das ist eher selten, öfter dagegen kommt es vor, dass man mitten in den Wolken ist und es kalt und ungemütlich ist. Gerät man unvorhergesehen in eine solche Wettersituation, ist es gut, warme Kleidung und Regen- sowie Windschutz dabei zu haben. Oft beginnt man eine Tour zur Winterzeit bei gutem Wetter und landet später in einer Regenwolke! Aber auch ab einer Höhe von ca. 600m kann es schon kühl und neblig werden. Also hat man zur Winterzeit besser eine Regenjacke dabei.

Proviant: Viele Touren gehen durch "einsames" Gelände, wo keine Einkehrmöglichkeit besteht. Also Essen mitnehmen!

Sonstiges: An vielen Stellen, besonders im Süden, funktioniert ein Kompass nicht! Durch Ferromagnetismus des vulkanischen Gesteins zeigt ein Kompass falsch an.

Eine Karte mit aktueller Wegführung aber weniger Details bekommt man im Tourismusbüro in Santa Cruz. Es ist ein deutsches, englisches, oder spanisches Buch dabei, das die Wege beschreibt, und dieses Buch incl. Karte kostet 20 Euro.