Wanderwege und Touren auf La Palma

La Palma

La Palma gehört zu den 7 "Kanarischen Inseln" (Islas Canarias) und gehört damit politisch zu Spanien und geographisch zu Afrika. Durch die Lage auf dem 28. Breitengrad im Atlantik ist einerseits die Sonne sehr stark und andererseits sorgt der kühle Atlantik für Temperaturausgleich. So ist die Schwankung der Jahreszeiten nicht stark ausgeprägt. Auf Meereshöhe hat man im Durchschnitt 25°C, im Winter etwas weniger, im Sommer etwas mehr, abhängig auch von der Wolkenbildung und dem Wind.

Meer und Berge

LaPalma La Palma ist sehr vielfältig. Es gibt einige Strände - mit schwarzem Sand - an denen man sich erholen und baden kann. Und natürlich die Berge, und die tiefen Barrancos (Schluchten). Auf La Palma gibt es keinen Kilometer, der auf gleicher Höhe bleibt; immer geht es irgendwie rauf oder runter. Wandern auf La Palma ist Bergwandern. Die schönsten Wanderwege gehen auf die Berggipfel und auf dem Höhenkamm entlang, so z.B. der GR 131. Der höchste Berg der Insel ist der "Roque de los Muchachos", wo auch die großen Teleskope stehen. Er ist 2426m hoch, und der GR 131 führt auch dort vorbei. Er ist Teil des kreisrunden Kessels, den die 2000er-Berge bilden, und der sich im Norden erhebt: Die Caldera de Taburiente bildet das Innere des Kessels, umrandet von den hohen Bergen. Südlich daran schließen sich die "Cumbres" an, zwei Höhenzüge in Nord-Süd-Richtung, die die Insel in Ost und West aufteilen: Die Cumbre Nueva (1400m - 1500m, schliesst direkt an die hohen Caldera-Berge an) und die Cumbre Vieja (1500m - 2000m, südlich) mit den vielen Vulkanen. Das Bild zeigt La Palma von oben von nordost aus gesehen. Ganz oben auf diesen Höhenzügen verläuft der Wanderweg GR 131, und mindestens das Stück auf der Cumbre Vieja, die sog. Vulkanroute, gehört zum "Muss" eines La Palma-Urlaubs. Diese Höhenzüge, die beiden "Cumbres", sorgen für das normalerweise unterschiedliche Wetter in Ost und West.

Wanderwetter

Zur Sommerzeit ist das Wanderwetter fast immer gut, aber oft muss man in hohen Lagen mit Wolken rechnen, so zwischen 900-1500m Höhe, die einem manchmal die Aussicht verhageln. Wenn man in die hohen Berge geht, geht man meist über den Wolken. Ist es wolkenfrei, ist das Wandern ein Traum: auch in den höheren Lagen ist es noch warm, und von vielen Punkten der Insel hat man wunderschöne Ausicht. Nur ist es wegen der Höhenunterschiede der meisten Wanderwege (und man möchte doch die Aussichtsgipfel besteigen) recht anstrengend, besonders im Sommer muss man genug Wasser mitnehmen. Allgemein ist es im Sommer im Westen der Insel (also westlich der Cumbres) kaum bewölkt und es regnet überhaupt nicht; im Osten hingegen sammeln sich die Wolken an den Höhenzügen, und an manchen Tagen ist der gesamte Osten unter Wolken. Es regnet aber nur selten, und einer Wanderung im Osten steht nichts entgegen. Nur wenn man mitten in die Wolken hineinwandert, kann es kühl werden; aber meistens durchwandert man die Wolke von unten nach oben oder umgekehrt und hält sich nicht lange in ihr auf. An manchen Tagen kann es sehr windig sein, besonders in den Bergen. Eine entsprechende Jacke oder warmes Hemd gehört dann in den Rucksack.

In den Wintermonaten ist das Wetter weniger stabil; es sind Regenfälle möglich, auch starke, und auch im Westen. Die Tauglichkeit des Wetters zum Wandern ist stark tagesabhängig, oder anders formuliert: Man muss seine Wanderkleidung dem Tageswetter anpassen. Es kann auch im Winter wolkenfreie, warme Tage geben, aber oft muss man sich auf Wolken und Feuchte einstellen. Eine Regenjacke soll auf jeden Fall in den Rucksack. In den Höhenlagen kann Schnee liegen, und manche Touren in den Bergen sollte man dann wegen Rutschgefahr lieber meiden. Nach Regenfällen sind manche Wege gefährlich wegen möglicher Erdrutsche und/oder abgerutschter Wegteile. Auch im Winter kann es sehr windig sein, und aufgrund der tiefen Temperaturen des Windes in der Höhe ist eine windabweisende Jacke von Vorteil.

Viele Welten

Durch die Berge und die vulkanische Aktivität in den letzten Jahrhunderten hat La Palma viele Gesichter. Der Norden und Nordosten ist von Feuchtigkeit geprägt; der Passatwind aus Nordost trifft auf die Berge, und Wolken sammeln sich vor den Bergen. Oft regnet es, und so findet man in dieser Region grüne Urwälder, Quellen und auch zwei bekannte Wasserfälle: "Marcos" und "Cordero". Wälder aus Lorbeer und Til bieten eine traumhafte Wanderkulisse. In den tieferen Lagen in Küstennähe sind natürlich die inselweit vorherrschenden Bananenplantagen zu finden.

Im Westen zeigt La Palma ihr sonnig-trockenes Gesicht. Die Wolken bleiben meist im Osten hängen, und im Westen ist es wolkenfrei und entsprechend trocken. Der Wald im Westen ist reiner Kiefernwald mit der Kanarischen Kiefer, die sogar Waldbrände überlebt. Im Westen liegt auch das Aridane-Tal mit den Städten Los LLanos, El Paso, Tazacorte. Rund um Los LLanos und Tazacorte ist es grün vor Bananenplantagen. Der Ausbruch von Vulkanen im Jahr 1949 hat viel Land unbrauchbar gemacht und eine Lavawüste hinterlassen.

Dem Süden sieht man den vulkanischen Ursprung am deutlichsten an. Dort ist auch 1971 der letzte Vulkan ausgebrochen, der Teneguía, den man auch besteigen kann. Außer ein paar Kakteen und trockenen Büschen hat der äußerste Süden keine Vegetation zu bieten; die Wanderwege dort verlaufen auf Lavagrus, und es gibt kaum Schatten. Der Kiefernwald beginnt erst ab etwa 700m Höhe.

Nicht nur sind die Unterschiede zwischen Norden und Süden, Osten und Westen groß, sondern auch zwischen Küste und Bergland. In Küstennähe wachsen außer den Bananen die Kakteen, Agaven, Wolfsmilchgewächse und andere wärmeliebende Pflanzen. Als Wanderer findet man nicht viel Schatten. Viel angebaut werden Orangen, Zitronen, Avocados, Mandeln. Sommers wie winters liegt die Temperatur über 20-25 Grad. Ab etwa 700m Höhe beginnt der Wald; im Westen als Kiefernwald, im Osten als haupts. Lorbeerwald, der dann in größeren Höhen ebenfalls in Kiefernwald übergeht. Viele Wanderwege auf La Palma führen durch Wald, wobei der Kiefernwald lichter ist als der Lorbeerwald. In den Regionen um 2000m hat man fast nur noch den Codeso (Ginster) Busch als Vegetation, ansonsten ist es sehr felsig karg. Der Wanderweg GR 131 beispielsweise verläuft in dieser Höhe. Im Sommer ist es auch in den Höhen noch warm, im Winter dagegen lautet eine Faustregel, dass es pro 100 Höhenmeter um 1 Grad kälter wird. Dazu kommt noch der auf den Bergen stärkere Wind.